Kahlan bloggt wieder.

Archiv für die Kategorie ‘Drabbles’

Winternächte

Verfasst von Kahlan am Di, 8 Jan, 08

Denkt euch die Figur vielleicht als die Schneekönigin aus dem bekannten Märchen oder etwas Ähnliches…ich mochte einfach nur den Gedanken, der der Grundstein für dieses Drabble ist.

Bald wird die Kälte gehen. Bald werden die Nächte nicht mehr so dunkel sein. Die Macht der Nächte schwindet…bald sind sie frühlingswarm und sommerhell. Bald schon, zu bald. Bald werden nachts wieder andere leben außer ihr.
Sie hebt den Kopf, streckt ihre Glieder. Innerlich nagt etwas an ihrer Seele, wie sie es äußerlich an ihren Nägeln tut. Sie ärgert sich über den schwindenden Winter. Bleib, Winter, bleib und bring weiterhin den Frieden.
Mit irgendetwas muss doch die Zeit der Sommernächte schneller verstreichen – irgendwie muss sie doch den Winter wieder zurückzaubern können. Die Macht seiner Nächte hat sie gefangen genommen.

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Erinnerung

Verfasst von Kahlan am Mi, 14 Nov, 07

Das war ein Geistesblitz. Mehr kann ich darüber nicht sagen.

Ich erinnere mich an dich. Ich kenne die Art, wie du sprichst…ich kenne die Art, wie du lachst…ich kenne deinen Geruch, ich kenne das Gefühl deiner Haut unter meinen Fingerspitzen…ich kenne das Funkeln deiner Augen, ich kenne den Klang deiner Stimme, wenn du dich freust, wenn du enttäuscht bist…ich kenne die Art, wie du dich bewegst, ich erkenne deinen Schritt im Dunkeln…ich kenne das Zittern deiner Hand…ich erkenne dich, weiß wer du bist, ja, und ich weiß auch, ich liebe dich, dich, so wie du vor mir stehst – aber wie ist dein Name? Ich erinnere mich nicht an deinen Namen…

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Tiefsee

Verfasst von Kahlan am Sa, 3 Nov, 07

Wegen zwei schöner Erinnerungen. Wegen zwei wunderbarer Menschen. Wegen…wegen…allem. :)

Zwischen uns hatte es ganz plötzlich „Zoom!“ gemacht, wie man sagt – aber nach dem Blitz kam der Donner und erschütterte eine gerade erst errichtete Welt in ihren Grundfesten. Und dann kam der Regen. Er schwemmte uns mit sich fort, mitten hinein in ein Meer aus Wassern so tief wie die Hölle und so undurchdringlich wie ihre Dunkelheit, mitten in einen Ozean aus Gefühl, das niemand verstand – bis wir letztendlich entscheiden mussten, ob wir schwimmen oder ertrinken wollten. Wir haben uns zum Schwimmen entschieden – und das tun wir noch immer. Aber irgendwie werde ich dessen nicht müde, so wie sonst…

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Winteranfang

Verfasst von Kahlan am Sa, 3 Nov, 07

Die Blätter tanzen im Wind bis hoch über die Dächer hinaus. Es ist eigentlich schade, dass sie sie nur von unten betrachten kann – wie viele von ihnen sie wohl erhaschen könnte, könnte sie mit ihnen dort oben tanzen? Sie leckt ihre weichen Pfoten, während sie sich in den letzten Strahlen der Herbstsonne streckt. Bald würde es zu kalt sein, um hier draußen zu leben. Das, was sie zum Leben braucht, würde die eisige Winterkälte nicht überdauern. Ein kleines Blatt fällt vor ihrer Nase zu Boden, als der Wind es fallen lässt. Es ist alles so unbeständig – unbeständig wie das Leben.

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Erkenntnis

Verfasst von Kahlan am Di, 25 Sep, 07

Wir erkennen nicht alles, was uns gezeigt wird, gleich als das, was es wahrlich ist. Mit dieser Erkenntnis müssen wir leben, und manchmal trifft sie uns schwerer, als wir erwartet haben. Und dennoch ist doch das Erkennen der Wahrheit über die Dinge immer noch besser als das Nichterkennen, oder? Oder vielleicht gerade nicht? Vielleicht müssen wir im Dunkeln leben, um uns sicher zu fühlen? Ich lösche gern das Licht um mich herum, aber ich bin froh, dass ich es wieder entzünden kann, wann immer es mir wichtig erscheint…sonst hätte ich mir vermutlich schon an manchem schmalen Baum die Nase gestoßen.

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Totenstille Idylle

Verfasst von Kahlan am So, 19 Aug, 07

Die Nacht zeichnet sich besonders durch eines aus: durch ihre nahezu mystische Stille. Wir Menschen haben wenig Respekt davor, stören sie eigentlich beständig, doch wer immer nur einen Moment lang schweigen und lauschen will, wird bemerken, wie faszinierend die Nacht ist. Die Nacht ist die beste Verführerin, die es jemals geben kann. Ihre ruhige Idylle verleitet uns zu manchem; wo die Geschöpfe des Tages sie fliehen, da aalen die Wesen der Nacht sich in ihrer totenstillen Dunkelheit. Was können wir sagen darüber, gäbe es die Nacht nicht? Wären wir nicht unvollständig in einer Freiheit, die der Tag uns nicht bietet?

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Puzzeln

Verfasst von Kahlan am Fr, 10 Aug, 07

Drabbles machen immer noch am meisten Spaß…

Was haben Tränen zu tun mit Schwäche? Was hat Handeln zu tun mit Mut? Tun wir nicht alles aus einer gewissen Notwendigkeit heraus, sei es nun für uns oder für andere? Viele Menschen betrachten das Leben als ein Rätsel. Deswegen verstehe ich die Menschen so wenig. Das Leben ist ein Weg, der uns an Stationen und Ziele führt, und dieser Weg fügt sich zusammen aus den Puzzleteilen, die wir vorgesetzt bekommen. Wie wir sie ordnen, obliegt nur uns selbst. Wir allein haben die Wahl, welche wir zusammenfügen und welche wir aussortieren, weil sie nicht passen. An Schicksal glaube ich nicht.

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„Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.“ – Friedrich Nietzsche

Verfasst von Kahlan am Di, 17 Jul, 07

100 Worte aus gegebenem Anlass.

Stille Wasser sind tief, sagt man. Physikalisch gesehen hat das sogar eine gewisse Logik. Wie ist es nun aber mit unruhigen Wassern? Sind die dann der Folgerung nach nicht tief? Und warum flößen sie uns dann trotzdem Furcht ein? Wieso können wir sie nicht verstehen?
Wir können ihren Grund ebenso wenig sehen wie den tiefer Gewässer, nicht wahr? Weil sie zu hohe Wellen schlagen, weil sie niemals zur Ruhe kommen, damit wir nichts sehen können.
Ich fürchte mich nicht vor Wasser, das habe ich nie. Aber ich habe Angst vor den Wellen, weil ich weiß, dass ich darin ertrinken könnte.

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„Wir kommen aus einer völlig anderen Welt, und die vermissen wir.“ – In einem Land vor unserer Zeit

Verfasst von Kahlan am Fr, 6 Jul, 07

Somewhat like a drabble. ;) 100 Wörter, wieder mal. Hey, vielleicht werd’ ich mal Emo? :-P

Die Welt ist farbig. Ich schließe die Tür, und alles wird dunkel. Hier drinnen ist die Welt nur geprägt von verschiedenen Schattierungen von Schwarz und Grau. Wenn wir es wollen, ist es sogar ganz und gar dunkel. Wir sind in der Lage, alle Farben dieser Welt zu töten, die wir für unsere eigenen Farben nicht brauchen. Aber wir müssen sie nicht töten. Weil sie nicht durch unsere Tür dringen.
Ihr findet diesen Text düster?
Ich finde ihn farbenreich.
Ihr findet die Welt, von der ich spreche, trüb?
Ich finde sie schön.
Und so unterscheiden wir uns, wie sich alles unterscheidet.

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Dornenband

Verfasst von Kahlan am Mo, 28 Mai, 07

Ein neues…nun ja, kein Drabble im eigentlichen Sinne…ich habe versucht, eine Überlegung in die 100 Worte zu verpacken, aber es bedarf Verbesserungen. Nur die Überlegung, die musste ich einmal äußern.

Kehre ein Dornenband mit den Stacheln nach innen, lege es um den Muskel deiner Wahl und ziehe es so fest zu, bis du glaubst, es nie mehr lösen zu können. Kannst du dir vorstellen, welchen Schmerz ein Mensch empfindet, dessen Herz so zugerichtet wird? Und hälst du das für eine Strafe? Dann stell dir erst einmal vor, welchen Schmerz der Mensch empfindet, dessen Körper du so behandelst. Glaubst du, dein Opfer würde dich dafür hassen?
Dann stell dir vor, wie du dich fühlen würdest, würde es dich darum bitten, das zu tun. Was würdest du empfinden? Könntest du es tun?

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